Antarktisstation Concordia

Das CNR (Consiglio Nazionale delle Ricerche), eine der namhaftesten italienischen Forschungsanstalten, und innovaphone bringen die VoIP-Technologie zu den italienischen Basisstationen in der Antarktis. Die Erfahrungen, die auf der französisch-italienischen Gemeinschaftsstation Concordia gesammelt werden, könnten ein erster Meilenstein für die Anbindung weiterer Stützpunkte in der Region sein.

 

Die Antarktisstation Concordia liefert der wissenschaftlichen Forschung wichtige Daten bezüglich der Anpassung des Menschen an extreme biologische und medizinische Bedingungen. Während der Sommermonate betrifft dies die Bereiche Geodäsie, Geophysik, Glaziologie, Physik und Chemie der Atmosphäre, Verhältnis Sonne und Erde sowie Astrophysik. Während der Winterzeit werden Erdmagnetismus und Seismologie, Astrophysik, Physik der Atmosphäre sowie Glaziologie beobachtet.

 

„Die Station Concordia“, sagt Marco Maggiore, der Koordinator für die italienischen Aktivitäten auf der Forschungsbasis, „ist für uns ein sehr wichtiges Projekt. Dank eines internationalen Abkommens zwischen der italienischen ENEA (heute PNRA S.C.r.l.)  - das ist die nationale italienische Umweltagentur – und dem französischen Polarinstitut Paul Emile Victor (IPEVO) konnte im Jahr 1993 der Grundstein dafür gelegt werden. Anläßlich der zwanzigsten Expedition, die vom Februar bis zum November 2005 stattfand, wurde die Station erstmals im Winter geöffnet. In diesem Jahr haben wir in Anwesenheit des Staatsoberhaupts das 25-jährige Bestehen gefeiert: ein wichtiger Moment, der den hohen Wert wissenschaftlicher Forschung und die Arbeit des CNR herausstellt.“

„Unter Extrembedingungen muß auch die Technologie mit all ihren Funktionalitäten in der Lage sein, Maximalleistungen zu erbringen. Was die Telefonie betrifft, war der Testlauf am Hauptsitz des CNR - die Installation einer innovaphone PBX – entscheidend für die letztendliche Auswahl der Geräte. Unser Ziel war es, dass an beiden Standorten, am Hauptsitz sowie an der Forschungsstation, eine identische Technologie verwendet wird. Auf diese Weise sollte der Austausch zwischen den PBXen und deren einfache Administrierbarkeit sichergestellt sowie die Kosten deutlich gesenkt werden. Die Kosten sollten mit denen einer normalen Forschungseinrichtung in Italien vergleichbar sein“, so Maggiore weiter.

 

Totale Unabhängigkeit bei vollem Komfort

Concordia besteht aus zwei zylindrischen Wohnungseinheiten, die durch einen überdachten Gang miteinander verbunden sind. Jede Wohnungseinheit hat einen Durchmesser von 18,5 m und eine Höhe von 11m über drei Etagen. Auf jeder Etage beträgt die Wohnfläche 250 qm. Es wurde alles berücksichtigt, was notwendig war, um eine autonome Basis zu schaffen: Büros und ein Krankenhaus, Schlafräume, Labors, Werkstätten, Lagerräume, einen Freizeitraum, Mensa und Küche. Voller Komfort an einem Ort, an den die Temperatur bis auf -84° C sinken kann. Die Zahl der Forscher auf der Station hängt von der Jahreszeit ab: im Sommer befinden sich 32, im Winter 16 Spezialisten auf der Station.

 

Die gesamte Kommunikation, sowohl intern als auch nach außen, basiert auf der innovaphone PBX. In jeder Wohneinheit befindet sich ein hochleistungsfähiges VoIP-Gateway IP800, das die IP-Verbindung herstellt. In den verschiedenen Abteilungen befinden sich innovaphone Adapter IP24 und IP28 sowie Endgeräte vom Typ IP230 und IP110 – allesamt extrem stabile Geräte und komplette Eigenentwicklungen der innovaphone AG. Sämtliche innovaphone Produkte setzen auf pure IP-Telefonie, sind durchgehend standardkonform und deswegen problemlos auch in heterogene Umgebungen integrierbar. Sie stellen eine Reihe von qualitativ hochwertigen Applikationen zur Verfügung.

„Da es sich hier um extreme Umweltbedingungen handelt, ist es sehr wichtig, dass die eingesetzten Geräte äußerst robust sind. Alle Produkte von innovaphone besitzen diese Eigenschaft. Außerdem sind sie hinsichtlich ihrer Mechanik bis ins kleinste Detail sehr sorgfältig gemacht – da gibt es auf dem Markt kaum Vergleichbares. Die extreme Kompaktheit, d.h. die geringe Größe, die absolute Zuverlässigkeit, die einfache Montage und Integration in Standardracks sind weitere Vorteile, wenn man es mit beengten Platzverhältnissen zu tun hat. Arbeiten in der Antarktis bedeutet, in allen Aspekten ein Mikroklima zu schaffen, einen Mikroorganismus, in dem alles, was Platz spart, von Vorteil ist“, führt Maggiore weiter aus.

 

„Was die VoIP-Technologie betrifft, so haben in den vergangenen Jahren Versuche im Satellitenkanal bewiesen, dass die innovaphone Geräte die Verzögerungen, die einer Satellitenkanalumgebung typischerweise auftreten, gut auffangen können – natürlich dank entsprechender Voreinstellungen. Dabei hat uns die Firma Orange Open Solution aus Rom geholfen, die uns auch sämtliche innovaphone Technologie geliefert hat. Ihre Erfahrung in diesem Bereich stellte für uns bei verschiedenen Schritten der Installation eine große Unterstützung dar und hat es uns erlaubt, das gesamte Projekt innerhalb eines angemessenen Zeitraums durchzuführen.“

Weitere Projekte im Eis

„Durch die VoIP Infrastruktur in der Antarktis kam bei uns der Wunsch auf, eine permanente Verbindung für die Sprach-Daten-Übertragung zu realisieren. Im Moment sind wir dabei, zwei Plattformen zu testen, die Dienstleistungen für die Satellitenübertragung anbieten. Beide funktionieren sehr gut. Aufgrund dieser Tests haben wir bemerkt, dass die Qualität der IP-Telefonie über Satellit besser ist als die von dedizierten Satellitentelefonen, die wir normalerweise verwenden. Der wichtigste Vorteil ist aber die Tatsache, dass wir dank VoIP eine Basis in der Antarktis, 10 000 km entfernt von Rom, mit einem internen Verfahren des Hauptsitzes der CNR erreichen können: Wenn wir eine Festnetznummer des Telefonnetzes in Rom wählen, sind wir jetzt in der Lage, via Satellit zu niedrigen Gesprächskosten mit unseren Kollegen in der Antarktis zu sprechen. Die Sprachqualität ist sogar besser als früher, auch in punkto Verzögerung“, freut sich Maggiore. „Wir haben in der Antarktis noch Einiges vor. Zu allererst soll eine ähnliche Verbindung wie nach Rom zum französischen Nationalen Polarinstitut in Brest aufgebaut werden, sobald die entsprechende Satellitenbridge verfügbar ist. Ein weiteres Projekt ist die Anbindung der Zwillingsbasis der Concordia, der Mario Zucchelli an der antarktischen Küste, ebenfalls über eine doppelte Satellitenbridge. In dieser Umgebung ist die innovaphone PBX bereits im vergangenen Jahr getestet worden. Die Rückmeldung beim Einsatz in einem permanenten Satellitenkanal war positiv“, fasst Maggiore zusammen.

 

„Was wir jetzt noch dringend angehen müssen, unmittelbar vor dem bevorstehenden Start der nächsten Expedition, ist das Finanzierungsproblem. Die Gelder wurden schon lange bewilligt, sind aber noch nicht ausbezahlt worden. Was uns in erster Linie verbittert ist nicht, oder nicht nur, der Mangel an Geldern, sondern vielmehr das geringe Maß an Planungssicherheit. Forschung ist ein komplexes Unterfangen, das bestimmte Zeiträume benötigt, um in angemessener Weise durchgeführt zu werden. Objektiv befinden wir uns momentan in einer Situation des Stillstands, die uns nicht erlaubt, unsere Aktivitäten optimal zu planen. Wir hoffen, dass sich diese Situation in Kürze wieder ändern wird“, bekräftigt Maggiore. 

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